AEFW

von | Sep. 22, 2025 | Korallen, Wissenschaft

Der Artikel untersucht den Lebenszyklus des Acropora-korallenfressenden Plattwurms (AEFW), Prosthiostomum acroporae, mit besonderem Fokus auf die Auswirkungen von Temperatur und Empfehlungen für das Management.

Lebenszyklus und Temperaturabhängigkeit

Der Plattwurm ernährt sich von Acropora-Korallen, was sowohl in der Wildnis als auch in Aquarien rasch zum Absterben ganzer Kolonien führen kann. Die Studie analysierte den Einfluss verschiedener Wassertemperaturen (21–30°C) auf wichtige Lebenszyklusparameter: Dauer bis zum Schlupf (Embryonation), Schlupfrate, Überlebensdauer der Jungtiere und Zeit bis zur Geschlechtsreife.

  • Wärmere Temperaturen führten zu einer Beschleunigung des Lebenszyklus.
  • Bei 27°C betrug die Zeit vom Ei bis zur Geschlechtsreife im Schnitt 38 Tage (Ei-Schlupf nach 11 Tagen, Geschlechtsreife in 35 Tagen).
  • Bei 24°C verlängerte sich diese Zeit auf 64 Tage. Schlupf aus dem Ei: nach etwa 19 Tagen
  • Auch die Schlupfrate war bei warmen Bedingungen (24–30°C) deutlich höher als bei 21°C.

Management-Empfehlungen

Da bei hohen Temperaturen mehr Generationen in kürzerer Zeit entstehen, ist das Populationswachstum des Parasiten in warmen Systemen besonders problematisch. Managementstrategien und gezielte Behandlungszeiträume lassen sich durch das Verständnis der Generationsdauer und der Auswirkungen der Temperatur gezielt planen:

  • In Systemen ohne lebende Acropora kann durch gezieltes Erhöhen der Wassertemperatur auf 30°C ein Großteil der Eier in ca. 12 Tagen schlüpfen, die Jungtiere sterben nach weiteren 9 Tagen ohne Wirt ab — das ergibt eine empfohlene „fallow period“ von 21 Tagen.
  • Bei kühleren Temperaturen verlängert sich diese Entwicklungszeit.

Weitere Hinweise

Die Studie empfiehlt, Temperaturmanagement nur unter Berücksichtigung der Temperaturtoleranz der Korallen selbst einzusetzen, da übermäßige Hitze auch die Tiere stressen kann. Darüber hinaus werden Managementmaßnahmen wie gezielte chemische Behandlungen und die Suche nach geeigneten natürlichen Fressfeinden angeregt.

Zusammengefasst ist das Wissen um die temperaturabhängigen Entwicklungszyklen von Prosthiostomum acroporae entscheidend für eine wirksame Kontrolle und Prävention von Ausbrüchen, insbesondere in Aquakultur und Korallenhaltung.

Mehr Informationen: Front. Mar. Sci., 04 September 2019, Sec. Marine Fisheries, Aquaculture and Living Resources, Volume 6 – 2019 | https://doi.org/10.3389/fmars.2019.00524